AKWs

Atomkraftwerke in Deutschland, eine Übersicht der Fakten:



beispielhaft die Bruttostromerzeugung in Deutschland 2020 (567,4 Mrd. kWh) nach Energieträgern (Anteile in %)
die aktuellsten Zahlen stellen die AG-Energiebilanzen zur Verfügung.

Energieträger Anteil in %
Braunkohle 16
Kernenergie 11,2
Steinkohle 7,4
Erdgas 16
Mineralölprodukte 0,4
Wasserkraft 3,3
Windkraft 23,5
Biomasse 7,7
Photovoltaik 9
Müllverbrennung 1
Übrige Energieträger 4,5
regenerativer Anteil 43,5

Quelle: AG Energiebilanzen



Abdeckung der Risiken:
Die Risiken der Kernkraft werden von Fachleuten so hoch eingeschätzt, dass keine Versicherung oder Rückversicherung der Welt sich zutraut, Policen anzubieten. Unfallschäden im Betrieb der Kernkraftwerke sind nur bis 250 Mio. € über den Versicherungsmarkt gedeckt, bis 2,5 Mrd. € über einen Betreiberpool, bei größeren Schäden haften die Betreiber der Kernkraftwerke nur mit ihrem Vermögen.
Die Nuklearkatastrophe von Fukushima verursachte in den ersten 10 Jahren seit dem Unfall Kosten in Höhe von ca. 100 Mrd. € (Fraunhofer ISE)

Atommüll:

Ob die Rückstellungen der Betreiber für den Rückbau der Kernkraftwerke ausreichen werden, ist heute nicht absehbar. Der Staat hat von den Kraftwerksbetreiber für die Übernahme des deutschen Atommülls 24 Mrd. € erhalten, die in einen Fonds geflossen sind.
Ob dessen Erträge bis 2050 ausreichen werden, um für Bau und Inbetriebnahme eines
Endlagers aufzukommen, ist ebenso ungewiss; nach Berechnungen der Endlagerkommission werden die Gesamtkosten auf 176 Mrd. € veranschlagt. (Fraunhofer ISE)

  • Bei der Rückholung des radioaktiven Mülls aus dem einsturzgefährdeten Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel müssen mindestens 100000 Kubikmeter Abfälle umgelagert werden (Bundesamt für Strahlenschutz)
  • Für den Bau eines Zwischenlagers und anderer Gebäude sei insgesamt eine Fläche von 25 Hektar nötig; das entspricht etwa 32 Fußballfeldern. 126000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall sollen umgelagert werden, weil das Bergwerk abzusaufen droht.
    (Süddeutsche/dpa)

Zur Erinnerung einige ältere Zahlen:

  • Für die Stilllegung, den Abbau sowie die Entsorgung der Meiler und der radioaktiven Abfälle müssen in den nächsten 25 Jahren rund 5,4 Milliarden Euro Steuermittel aufgewendet werden (Forschungsministerium 2010)
  • Rückbau und Entsorgung des Atomkraftwerks Greifswald: 2,2 Milliarden € (Forschungsministerium 2010)
  • Stilllegung des Endlagers Morsleben: über 620 Millionen € (Forschungsministerium 2010)
  • Sanierung und Stilllegung der Schachtanlage Asse: Studie veranschlagt 3,7 Milliarden €
    (Forschungsministerium 2010)
  • Der Rückbau deutscher AKW dauert länger, es gibt kein Endlager (SPON, 12.3.2012)

Videos

Die KiKK-Studie (epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken) kommt zum Ergebnis, dass das Risiko für 0-4jährige Kinder an Leukämie zu erkranken zunimmt, je näher ihr Wohnort an einem Kernkraftwerkstandort liegt.
Die Studie wurde vom Deutschen Kinderkrebsregisters in Mainz, im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) durchgeführt.

Download der KiKK-Studie

Stellungnahme des Bundesamtes für Strahlenschutz zur KiKK-Studie


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